
Filz beeinflusst am Klavier das Spielgefühl und die Dämpfung der Saiten. Bei der Tastatur bilden Filzscheiben elastische Auflagen und begrenzen den Tastenweg. An den Dämpfern kommt es auf einen passenden Kontakt zu den Saiten an. Beide Aufgaben verlangen eigene Formen und Materialeigenschaften.
Am Waagebalken, dem Drehpunkt der Taste, liegt der Tastenhebel auf einer kleinen Filzscheibe. Dünne Papierscheiben darunter dienen zum Ausgleichen der Tastenhöhe. So lässt sich eine gleichmäßige Ebene der Tastatur herstellen.
Die größeren Vorderdruckfilze liegen unter dem vorderen Teil der Tasten. Sie federn den Anschlag am Ende der Abwärtsbewegung ab. Zusammen mit den untergelegten Papierscheiben bestimmen sie den Tastentiefgang, also den Weg von der Ruhelage bis zur vollständig gedrückten Taste.
Auch die Nachgiebigkeit des Filzes wirkt sich auf diesen Anschlag aus. Beim Erneuern der Unterlagen werden Tastenhöhe und Tiefgang im Rahmen der Regulierung von Tastatur und Mechanik aufeinander abgestimmt.
Je nach Tonlage besitzt ein Klavierton eine, zwei oder drei Saiten. Die zu einem Ton gehörenden Saiten bilden einen Saitenchor. Deshalb gibt es unterschiedliche Dämpferprofile: geformte Filze für einzelne Basssaiten, Keilformen für die Zwischenräume mehrsaitiger Chöre und flache Auflagen.
Ein Keilprofil greift zwischen benachbarte Saiten; ein flacher Filz liegt auf ihnen auf. Form und Zuschnitt müssen zu Durchmesser und Abstand der Saiten passen. Beim Erneuern der Dämpferfilze werden die Dämpfer so ausgerichtet, dass sie alle zugehörigen Saiten gleichmäßig berühren und beim Spielen frei abheben. So endet ein Ton beim Loslassen der Taste sauber, sofern das rechte Pedal nicht gehalten wird.