
Beim Ausrichten der Hammerköpfe im Klavier kommt es auf den Weg zur Saite und auf den Kontakt beim Anschlag an. Beides beeinflusst, wie gleichmäßig sich die Töne gestalten lassen. Die Aufnahme am Gebr. Rohlfing zeigt die Hammerreihe vor den Basssaiten. Sie bietet einen Einblick in diese Kontaktzone; die genaue Passung wird am bewegten Hammer geprüft.
Die zu einem Ton gehörenden Saiten bilden einen Saitenchor. Im Bass besteht er je nach Lage und Konstruktion aus einer oder zwei, in weiten Teilen der Mittellage und im Diskant meist aus drei Saiten. Ein Hammer schlägt die Saiten seines Tons gemeinsam an. Deshalb muss seine Anschlagfläche zu diesem Chor passen.
Für die Ausrichtung sind mehrere Dinge getrennt zu betrachten: die seitliche Position vor dem Chor, die Drehung des Hammerkopfs und die Bahn des Hammerstiels. Ein Kopf kann in Ruhe passend stehen und sich auf dem Weg zu den Saiten trotzdem seitlich versetzen. Bei der Prüfung werden die Hämmer daher langsam nach vorn geführt und über ihren ganzen Weg beobachtet. Das gerade Steigen und die seitliche Stellung werden aufeinander abgestimmt; nach einer Korrektur wird beides erneut kontrolliert.
Auch die Anschlaghöhe gehört zur Geometrie. Sie bestimmt, an welcher Stelle der schwingenden Saitenlänge der Hammer auftrifft. Besonders bei den kurzen Diskantsaiten wirken sich kleine Änderungen hörbar aus. Maßgeblich ist die zum Instrument passende Anschlaglinie.
Die richtige seitliche Stellung allein genügt bei einem mehrsaitigen Ton noch nicht. Die Rundung des Hammerfilzes und die Lage der Saiten müssen so zusammenpassen, dass der Kopf alle zugehörigen Saiten gleichmäßig erreicht. Liegt zunächst nur eine Saite am Filz an, beginnt die Anregung der übrigen unter anderen Bedingungen. Das kann die Klangbalance innerhalb eines einzelnen Tons verändern.
Beim Anpassen der Anschlagfläche wird der Kontakt deshalb über die gesamte Breite des Saitenchors beurteilt. Dabei geht es um die Form und Passung des Filzes. Seine Härte ist eine weitere, eigene Einflussgröße: Ein geometrisch passend geformter Kopf kann immer noch eine andere Klangfarbe erzeugen als die benachbarten Hämmer. Erst mit stimmiger Ausrichtung und Kontaktfläche lässt sich die Wirkung weiterer Intonationsarbeit sinnvoll beurteilen.
Das Ausrichten der Hammerreihe gehört zur Regulierung der Klaviermechanik. Die Einstellung bringt die beweglichen Teile in die passende Lage zueinander. Sie umfasst außerdem Wege und Abstände, die bestimmen, wie die Mechanik auf den Tastendruck reagiert. Eine Tonhöhe wird dadurch nicht eingestellt: Beim Stimmen wird die Spannung der Saite verändert.
Für einen gleichmäßigen Klang müssen diese Arbeiten zusammenpassen. Eine sauber gestimmte Saitengruppe kann durch einen ungleichmäßigen Hammerkontakt weiterhin klanglich auffallen. Umgekehrt beseitigt eine gut angepasste Anschlagfläche keine Verstimmung. Auch neue Hammerköpfe brauchen diese Abstimmung auf die vorhandene Saitenanlage; ihre Herstellung und ihr Einbau ersetzen die abschließende Anpassung am Instrument nicht.