
Mit kräftigerem Anschlag wird ein Klavierton nicht nur lauter: Auch seine Klangfarbe verändert sich. Einen wichtigen Anteil daran hat der Filz der Hammerköpfe. Auf den Hämmern des hier gezeigten Stichel-Klaviers ist die Kennzeichnung ABEL HAMMERS zu erkennen.
Beim Auftreffen auf die Saite wird der Hammerfilz zusammengedrückt. Je stärker die Verdichtung während dieses kurzen Kontakts, desto größer wird sein Widerstand gegen weiteres Zusammendrücken. Der Filz verhält sich deshalb bei einem kräftigen Anschlag steifer als bei einem sanften.
Damit verändert sich, wie der Hammer die Saite anregt. Bei kräftigem Spiel treten höhere Teiltöne stärker hervor; der Ton wirkt heller. Ein leise gespielter Ton hat dagegen ein anderes Verhältnis dieser Klanganteile. Diese Verbindung zwischen Lautstärke und Klangfarbe gehört zu den Ausdrucksmöglichkeiten des akustischen Klaviers.
Bei der Intonation der Hammerköpfe werden Härte und Elastizität des Filzes gezielt abgestimmt, damit die Töne klanglich zueinander passen. Kontrollierte Arbeit mit Intoniernadeln kann die Nachgiebigkeit des Filzes verändern. Dabei zählt die Reaktion über verschiedene Anschlagsstärken hinweg: Die klangliche Abstufung soll vom leisen bis zum kräftigen Spiel erhalten bleiben.
Die Stimmung stellt dagegen über die Saitenspannung die Tonhöhen ein. Ein korrekt gestimmtes Klavier kann daher trotzdem einzelne klanglich hervorstechende Töne haben. Die Intonation gleicht solche Unterschiede im Klangcharakter aus.