
Ein Tastenbelag bildet die Spielfläche einer Klaviertaste. Er sitzt auf dem hölzernen Tastenhebel und muss fest haften, angenehm unter dem Finger liegen und zu den benachbarten Tasten passen. Bei der Reparatur zählt deshalb mehr als die Farbe. Schon eine kleine Stufe an einer Fuge oder eine scharfe Vorderkante kann beim Spielen stören. Eine beschädigte Auflage bedeutet dabei nicht, dass der gesamte Tastenhebel erneuert werden muss.
Hebt sich ein Belag an einer Ecke oder bewegt er sich beim Berühren, wird zuerst seine Verbindung zum Holz untersucht. Ein gelöster, unbeschädigter Belag lässt sich häufig erhalten. Voraussetzung sind eine passende Form und eine tragfähige Auflage. Alte Klebstoffreste, lose Holzfasern oder eine Verformung können verhindern, dass er wieder gleichmäßig aufliegt.
Vor dem erneuten Verkleben werden Belag und Untergrund passend vorbereitet und trocken zusammengefügt. Ein Spalt unter einer gewölbten Auflage lässt sich nicht zuverlässig durch mehr Klebstoff ausgleichen. Ebenso wenig sollte die Auflage mit starkem Druck in eine unpassende Form gezwungen werden. Das Klebeverfahren richtet sich nach dem vorhandenen Material und dem Zustand der Verbindung. Beim Fixieren müssen Lage und seitlicher Abstand stimmen; austretender Klebstoff darf keine harte Kante an der Spielfläche hinterlassen oder benachbarte Tasten miteinander verbinden.
Für eine einzelne fehlende oder gebrochene Auflage werden Breite, Länge und Stärke am Bestand abgenommen. Auch der vordere Überstand und der Anschluss an die Stirnseite gehören zur Passung. Ein zu breiter Belag verkleinert die Zwischenräume; eine zu dicke Ergänzung steht über die übrigen Spielflächen hinaus. Der Ersatz wird daher an die konkrete Taste angepasst. Eine dickere Auflage durch einfaches Absenken des ganzen Tastenhebels auszugleichen, würde zugleich dessen Lage zur übrigen Klaviatur verändern.
Die optische Auswahl erfolgt innerhalb der Tastenreihe. Neben dem Farbton fallen Unterschiede in Glanz, Durchscheinung und Oberflächenstruktur auf. Eine reinweiße Ergänzung kann zwischen gleichmäßig gealterten Nachbartasten störender wirken als eine farblich angepasste. Vergilbung allein beweist umgekehrt keine Verschmutzung, die sich wegputzen ließe. Ob eine örtliche Ergänzung, eine Aufarbeitung oder ein neuer Satz sinnvoll ist, hängt vom Zustand der vorhandenen Beläge und vom gewünschten Erscheinungsbild ab. Die Möglichkeiten erläutert unsere Seite zur Reparatur und Erneuerung von Tastenbelägen.
Bei einer Politur wird die Oberfläche sehr fein abgetragen. Sie kann leichte Kratzspuren vermindern, stellt aber fehlendes Material nicht wieder her. Tiefe Kerben oder ausgebrochene Ecken lassen sich deshalb nicht beliebig ausschleifen: Die Auflage würde dünner, ihre Form verändert. Auch die schmalen Kanten an den Vorderseiten müssen ihre Kontur behalten. Maßstab ist eine gleichmäßige, zum Material passende Oberfläche ohne störende Grate oder Übergänge; starker Hochglanz ist kein allgemeines Qualitätsmerkmal einer Klaviatur.
Nach dem Einsetzen wird die bearbeitete Taste neben ihren Nachbarn geprüft, sowohl in Ruhe als auch beim Niederdrücken. Dabei zeigt sich, ob die Belagkanten genügend Abstand haben und die Vorderseite frei an der benachbarten Taste vorbeiläuft. Die Fugen werden auch mit dem Finger kontrolliert, denn eine kleine Erhebung lässt sich oft deutlicher fühlen als sehen.
Für die laufende Pflege genügt bei losem Staub ein weiches, sauberes Tuch. Anhaftende Verschmutzungen werden mit einer für den jeweiligen Belag geeigneten Methode gelöst; Alkohol oder Haushaltsreiniger sind keine universell verträglichen Mittel. Flüssigkeit darf weder direkt auf die Tastatur gelangen noch zwischen die Tasten laufen. Wird materialgerecht mit einem nur leicht angefeuchteten Tuch gearbeitet, folgt unmittelbar ein trockenes. Die Wischbewegung führt nach vorn zum Spieler, damit Feuchtigkeit und gelöster Schmutz nicht in den hinteren Bereich der Klaviatur geschoben werden.