
Bei der Restaurierung dieses antiken Trautwein-Klaviers in unserer Berliner Werkstatt wurden die Messingleuchter, Griffe, Pedale und Scharniere aufgearbeitet und poliert. Solche Detailarbeiten gehören zur Restaurierung und Generalüberholung von Klavieren.
Ein traditioneller Weg zur Herstellung verzierter Messingbeschläge ist der Sandguss. Ein Modell erzeugt einen Hohlraum im Formsand, in den flüssiges Messing gegossen wird. Nach dem Erstarren wird das Gussteil freigelegt. Die beim Gießen entstandenen Metallansätze an den Zuführkanälen werden abgetrennt, grobe Gussreste abgeschliffen. Es folgen die Bearbeitung auf das benötigte Maß und die Oberflächenbearbeitung.
Das Modell bestimmt dabei bereits die Grundform des Ornaments; die anschließende Bearbeitung macht aus dem Rohguss einen verwendbaren Beschlag. Welche Gießerei und welches Verfahren hinter diesem Trautwein-Leuchter stehen, ist nicht dokumentiert. Sandguss ist hier ein Beispiel für die Herstellung solcher Teile, keine Angabe zu ausgeführten Arbeiten an diesem Klavier.
Für die spätere Restaurierung ist der Unterschied zwischen Reinigen und Polieren entscheidend. Eine Reinigung entfernt Schmutz und Rückstände. Beim abrasiven Polieren wird zusätzlich zur Anlaufschicht auch etwas Metall abgetragen. Wiederholtes Polieren kann dadurch feine Oberflächendetails abschwächen.
Vor der Bearbeitung historischer Beschläge muss deshalb geklärt werden, welche Oberfläche erhalten werden soll. Eine alte Lackierung oder bewusst erzeugte Patina kann Teil der ursprünglichen Gestaltung sein. Ist eine Politur erforderlich, wird zunächst das mildeste geeignete Verfahren gewählt. Poliermittelreste müssen auch aus Vertiefungen entfernt werden, da sie dort zurückbleiben und die Metalloberfläche angreifen können.