
Ein lockerer Klaviergriff belastet bei jeder Bewegung seine Befestigung. Die kleinen Auflageflächen können dabei auf der Gehäuseoberfläche arbeiten und Spuren hinterlassen. Bei der Restaurierung historischer Beschläge gehört deshalb auch der Sitz im Holz zur Prüfung. Eine aufgearbeitete Metalloberfläche allein behebt eine lockere Verbindung nicht.
Zunächst wird unterschieden, ob sich der ganze Beschlag gegenüber dem Holz bewegt oder ob das Spiel innerhalb des Griffes liegt. Ein beweglicher Bügel braucht an seinen Gelenken etwas Freiheit. Wackelt dagegen die fest montierte Grundplatte, liegt die Ursache an ihrer Befestigung oder Auflage. Beides verlangt eine andere Behandlung; durch stärkeres Anziehen der Befestigungsschrauben lässt sich ein ausgeschlagenes Griffgelenk nicht reparieren.
Bei einer Holzschraube greifen die Gewindegänge in das umgebende Holz. Der Halt hängt unter anderem von dessen Zustand, dem Schraubendurchmesser und der wirksamen Einschraubtiefe ab. Ist das Holz im Schraubloch beschädigt und dreht die Schraube durch, entsteht durch weiteres Drehen keine feste Verbindung. Auch ein Riss neben dem Loch oder eine unebene Auflage kann dazu führen, dass sich der Beschlag bewegt.
Eine längere oder dickere Schraube ist daher kein allgemeiner Ersatz für die Reparatur des Sitzes. Sie muss zur Stärke des Holzteils, zum vorhandenen Loch und zum Beschlag passen. Zu große Abmessungen können das Holz spalten oder auf der Gegenseite austreten. Bei einem geschädigten Schraubloch kann eine gezielte Holzergänzung erforderlich sein, in der die passende Schraube wieder Halt findet. Umfang und Ausführung richten sich nach dem tatsächlich erhaltenen Holz. Solche Arbeiten gehören zur Reparatur des Klaviergehäuses.
Vor dem Abnehmen werden die Lage der Teile und die Zuordnung der Schrauben festgehalten. Bei alten Beschlägen können scheinbar gleiche Schrauben in Länge und Gewinde voneinander abweichen. Zum Lösen muss die Klinge des Schraubendrehers in Breite und Stärke zum Schlitz passen. Ein abrutschendes Werkzeug beschädigt leicht den Schraubenkopf oder die direkt benachbarte Holzoberfläche. Festsitzende Teile werden deshalb nicht mit Gewalt vom Gehäuse abgehebelt.
Eine abgenommene Griffplatte erlaubt es, ihre Rückseite und die verdeckte Auflage zu prüfen. Rückstände, beschädigte Kanten oder eine Verformung dürfen beim Anschrauben nicht einfach gegen das Holz gepresst werden. Falls Metallteile poliert werden sollen, schützt die getrennte Bearbeitung das Holz und seinen Überzug vor Schleifmitteln und Reinigungsresten. Voraussetzung ist, dass sich der Beschlag ohne Schaden demontieren lässt.
Bei der Montage wird der Beschlag an seiner vorhandenen Position ausgerichtet. Der Schraubenkopf muss zur Aufnahme passen und die Platte halten, ohne sie zu verformen oder in die Oberfläche zu drücken. Zum Abschluss werden der feste Sitz der Grundplatten und die freie Bewegung des Griffes getrennt kontrolliert. So bleibt die Befestigung ruhig, während ein beweglicher Bügel weiterhin ungehindert schwenken kann.