
Der Gussrahmen eines Klaviers nimmt die hohen Zugkräfte der gespannten Saiten auf. Über den gesamten Saitenbezug summieren sie sich zu einer Belastung von vielen Tonnen. Diese Kräfte wirken auch dann, wenn niemand spielt: Die Saiten bleiben dauerhaft gespannt.
Die auch als Gussplatte bezeichnete Konstruktion besteht aus Gusseisen und ist mit dem tragenden Holzaufbau des Instruments verbunden. Ihre Steifigkeit schafft die mechanische Grundlage für den gespannten Saitenbezug. Streben und kräftige Randbereiche gehören zu dieser tragenden Konstruktion; die Platte bildet keine geschlossene Wand vor dem Resonanzboden.
Für die Schallabstrahlung übernimmt der Resonanzboden eine andere Aufgabe. Eine schwingende Saite allein setzt nur wenig Luft in Bewegung. Über die Stege gibt sie ihre Schwingung an den dünnen Holzboden weiter. Dessen große Fläche regt die umgebende Luft an und macht den Ton deutlich hörbar.
Gussrahmen und Resonanzboden arbeiten somit mit unterschiedlichen Eigenschaften: Der Rahmen muss unter der dauernden Belastung stabil bleiben, der Resonanzboden soll auf die Saitenschwingungen reagieren. Die Stege stellen die mechanische Verbindung zwischen Saite und Resonanzboden her.
Bei der Reparatur eines Klavierstegs sind deshalb sowohl die Saitenauflage als auch die feste Verbindung zum Resonanzboden wesentlich.