
Beim Furnierersatz an einem Klavier mit lebhafter Wurzelholzzeichnung wie diesem Stichel reicht ein ähnlicher Braunton nicht aus. Auch die Größe der einzelnen Zeichnungselemente, ihre Richtung und ihr Verlauf an den Rändern bestimmen, ob sich ein neues Stück in die Fläche einfügt.
Ein feines, gleichmäßiges Furnier wirkt neben einer großflächig bewegten Maserung fremd, selbst wenn beide farblich nahe beieinanderliegen. Bei der Reparatur eines Klaviergehäuses gehört deshalb die Auswahl des passenden Furnierbildes zur Vorbereitung. Die spätere Farbangleichung kann einen Unterschied im Ton mindern, aber keinen unpassenden Verlauf der Holzzeichnung ersetzen.
Werden mehrere Furnierblätter zu einer Fläche zusammengesetzt, verändert ihre Anordnung das Muster. Beim Stürzen klappt man aufeinanderfolgende Blätter wie Buchseiten auseinander. Ihre Zeichnung liegt dann spiegelbildlich an der Fuge. Besonders bei lebhaftem Furnier entstehen dadurch deutlich erkennbare Symmetrien.
Beim Schieben bleiben die Blätter gleich ausgerichtet. Die Holzzeichnung wiederholt sich, ohne gespiegelt zu werden. Für eine Ergänzung ist daher nicht nur das einzelne Ersatzstück wichtig, sondern auch die Anordnung der erhaltenen Fläche: Eine vorhandene Spiegelung sollte nicht durch einen anders gerichteten Ausschnitt unterbrochen werden.
Auch benachbarte Blätter mit ähnlicher Zeichnung können unterschiedlich hell erscheinen. Beim spiegelbildlichen Fügen werden abwechselnd die beiden Seiten des Furniers sichtbar. Diese können Licht verschieden reflektieren und Beize unterschiedlich aufnehmen. Eine symmetrische Maserung garantiert deshalb noch keine gleichmäßige Farbwirkung.
Beim Abstimmen eines Ersatzstücks ist es sinnvoll, die Fläche aus mehreren Blickrichtungen zu betrachten. Zur Beurteilung gehört außerdem eine Probe der vorgesehenen transparenten Oberflächenbehandlung auf einem Reststück: Sie verstärkt die Kontraste der Holzzeichnung. Der Eindruck des unbehandelten Furniers allein sagt daher noch nicht, wie die fertige Fläche wirken wird.