
Klavierbasssaiten bestehen aus einem Stahlkern und einer Umspinnung, meist aus Kupferdraht. Die Umspinnung bringt zusätzliche Masse auf eine Saite, deren Länge durch die Baugröße des Instruments begrenzt ist. So lassen sich tiefe Töne auch auf vergleichsweise kurzen Saiten erzeugen.
Wie tief eine Saite klingt, hängt von ihrer schwingenden Länge, ihrer Zugspannung und ihrer Masse pro Längeneinheit ab. Bei gleicher Länge und Zugspannung schwingt eine schwerere Saite langsamer: Ihr Grundton liegt tiefer.
Ein entsprechend dicker, massiver Stahldraht wäre jedoch deutlich biegesteifer. Die eng um den Kern gelegte Drahtwicklung erhöht die Masse, ohne die Biegesteifigkeit im gleichen Maß zu steigern. Kern und Umspinnung erfüllen damit unterschiedliche Aufgaben: Der Stahlkern nimmt den Saitenzug auf, die Umspinnung liefert vor allem die zusätzliche Masse für den Bassbereich.
Für eine passende Ersatzsaite genügt die Angabe des Tons nicht. Ihre Abmessungen müssen zur Saitenmensur passen, also zur Abstimmung von Saitenlängen, Durchmessern und Zugspannungen im Instrument. Wichtig sind unter anderem der Kerndurchmesser, der Gesamtdurchmesser sowie Beginn und Länge der Umspinnung. Zwei äußerlich ähnlich dicke Basssaiten können sich in ihrem Aufbau unterscheiden.
Bei einer Maßanfertigung wird außerdem festgehalten, ob die Maße an der gespannten Saite im Klavier oder an der ausgebauten, entspannten Saite genommen wurden. Unter Zug verändert sich ihre Länge; Werte aus beiden Zuständen sind daher nicht ohne Weiteres austauschbar.
Für unsere Basssaiten nach Maß können eine alte Saite als Muster oder genaue Maßangaben verwendet werden. Ein erhaltenes Muster zeigt zusätzlich die Ösenform, die Wickelrichtung und den Aufbau der Umspinnung.